Am 8. Februar 2015 lädt der Kulturbahnhof Biesenthal von 15:30 bis 17:30 Uhr zu einer besonderen Veranstaltung ein. Anlässlich der Finissage der Fotoausstellung "Verbotene Bilder" erwartet die Besucher/innen ein Vortrag von Sebastian Gerhardt über die DDR-Bürgerbewegung. Gerhard berichtet als ein in dieser Zeit selbst Aktiver authentisch über die Ideale derjenigen Menschen, die durch ihre mutigen politischen Aktivitäten letztlich die Mauer zu Fall gebracht hatten.

Mit der Veranstaltung endet im Kulturbahnhof die Ausstellung "Verbotene Bilder" von Detlef Matthes, zu deren Eröffnung am historischen 9. November 2014 zahlreiche Besucher/innen die Fotos angesehen hatten, die der damals jugendliche Biesenthaler Mitte der 80er-Jahre von der Ostseite der Berliner Mauer gemacht hatte. Da das Fotografieren der DDR-Grenzanlagen ja strengstens verboten war, war Matthes nach Entdeckung seiner Bilder 1987 unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet worden. Nur dem Umstand der in diesem Jahr im Zusammenhang mit dem Westbesuch Erichs Honeckers ausgesprochenen Amnestie war es zu verdanken, dass Matthes der drohenden jahrelangen Haftstrafe nach 6 Wochen Untersuchungshaft entkam.

Am Tag der Ausstellungseröffnung im Kulturbahnhof hatte sich gezeigte, dass auch 25 Jahre nach dem Mauerfall noch großer Gesprächsbedarf besteht. Über 50 jüngere und besonders ältere Menschen waren gekommen, standen in kleinen Gruppen zusammen und unterhielten sich angeregt miteinander und mit dem Fotographen.

Zu weiteren Gesprächen über das Thema will nun das Sonntagsgespräch am 8. Februar Raum geben. Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee über die eigene Sicht der Dinge auszutauschen, z. B. über die Frage: Was hätte sich nach der Wende anders entwickeln sollen? Welche Ideale und Vorstellungen hatten die Menschen und was ist von Ihnen geblieben? Welche der damaligen Ideen sind eigentlich auch heute noch brauchbar?

Sebastian Gerhard war 10 Jahre im Vorstand des Hauses der Demokratie und Menschenrechte in Berlin und macht regelmäßig Führungen in der Berliner Ausstellung „Topographie des Terrors“. Wir freuen uns, mit ihm einen kenntnisreichen und erfahrenen Fachmann für unser Anliegen gewonnen zu haben.

Neben ihm wird auch Detlef Matthes noch einmal für Fragen und Austausch zur Verfügung stehen. Die Moderation des Nachmittags übernimmt die Biesenthalerin Anne Rauhut.

Der Eintritt ist kostenlos. Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch!