THEMENREIHE SALON-OST

30 Jahre Wiedervereinigung - Salon-Ost im Kulturbahnhof Biesenthal
vom 3.10.2019 bis 3.10.2020

Vor 30 Jahren änderte sich für die Menschen in Ostdeutschland vieles. Die Auswirkungen waren auch in Biesenthal zu spüren. Darüber wollen wir in dem Salon Ost diskutieren. Salons zeichnen sich dadurch aus, dass in lockerer Atmosphäre und bei Snacks und Getränken offen zu einem bestimmten Thema ins Gespräch gegangen werden kann. Oft wird die „Wende“ mit dem Ereignis des Berliner Mauerfalls 1989 und dem Tag der deutschen Einheit 1990 verbunden. Allerdings ist in dem Jahr zwischen dem Sommer und Herbst 1989 bis zum Herbst 1990 vieles passiert, was zu dem geführt hat, was wir heute Wiedervereinigung nennen. Im Salon Ost möchten wir mit den Bürger*innen von Biesenthal und ausgesuchten Gästen darüber diskutieren, was genau passiert ist. Dazu werden wir Dokumentarfilme schauen und diskutieren, Biografieworkshops abhalten, Buchlesungen organisieren, Diskussionen führen und mit einem Spoken Word-Abend am 30sten Tag der deutschen Einheit die deutsche Einheit feiern. [Faltblatt (pdf)]

Inhaltlich wird der Salon durch Daniel Kubiak betreut (danielkubiak@gmx.de).

Die Veranstaltungen der Reihe Salon-OST
werden gefördert durch:


DONNERSTAG, 3. OKTOBER • 16 UHR
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

30 Jahre Mauerfall - 30 Jahre Wiedervereinigung :
PLAKATE ZUR WENDE


Plakat: © Matthias Gubig

Plakate sind zeitgeschichtliche Momentaufnahmen. Nach 30 Jahren blickt die Ausstellung zurück: Wie sahen die OST-Plakate der Wendezeit aus? Die Ausstellung der Stiftung Plakat OST im Kulturbahnhof Biesenthal zeigt Plakate von Künstlern aus der DDR der Jahre1988 bis 1990.

Die Ausstellung läuft bis zum 2. Dezember 2019
Öffnungszeiten: Donnerstags 15-17 Uhr ( ab 24.10.)

oder zu den Veranstaltungen im Rahmen von Salon-Ost
sowie nach Vereinbarung: elke@bahnhof-biesenthal.de


SONNTAG, 6. OKTOBER • 16 UHR
Dokumentarfilm “Montags in Dresden”
mit anschließenden Podiumsgespräch

Die Regisseurin Sabine Michel hat 3 Teilnehmer*innen bei PEGIDA über ein Jahr lang begleitet – auf ihren Demonstrationen und in ihrem Alltag.
MONTAGS IN DRESDEN ist kein Film über PEGIDA, er fragt nach den privaten Gründen für das patriotische Aufbegehren, ein Film über absurde und reale Ängste der Gegenwart. Gemeinsam mit der Regisseurin schauen wir den Film und diskutieren im Anschluss.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen und Fragen gerne an danielkubiak@gmx.de


SONNTAG, 10. NOVEMBER • 16 UHR
Biografieworkshop zum 9.11.1989

Der 9.11.1989 gilt als einer dieser Tage, an den fast jeder und jede eine Erinnerung hat. Hat man die Tagesschau verschlafen, sich gleich auf zur Bornholmer Straße gemacht, erst am nächsten Tag mitbekommen, was passiert ist, als die Lehrer*innen oder Kolleg*innen nicht zur Arbeit kamen? Egal wie, die meisten erinnern sich daran. Oder mindestens an die Zeit rund um dieses historische Datum. Wir möchten mit Ihnen, den Menschen aus Biesenthal und Umgebung ins Gespräch kommen. Wie haben Sie den 9. November erlebt? Was ist in den 30 Jahren danach in Ihrem Leben passiert? Wir haben Henriette Stapf und Juliane Dietrich vom Biografieteam Dritte Generation Ost eingeladen, um gemeinsam einen Blick in (die eigenen) Biografien zu wagen und uns dabei mit dem Respekt für die eigene Lebensleistung und die Lebensleistung der anderen zu begegnen.

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte melden Sie sich an: danielkubiak@gmx.de


SONNTAG, 20. OKTOBER • 16 UHR
AUTORINNENLESUNG Manja Präkels

„Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“

Manja Präkels erzählt in ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR, von Freundschaft und Wut. »Dieser Roman über das Jungsein in einem sich verändernden Land schließt eine Lücke im literarischen Schreiben über die Wiedervereinigung Deutschlands.«
(Jurybegründung zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2018)

Der Eintritt ist frei


SONNTAG, 26. JANUAR 2020 • 16 UHR
Podiumsdiskussion: Nachwendekinder
und Ostdeutsche Identität

Was beschäftigt eigentlich die Personen, die nach der Wiedervereinigung geboren wurden. Sie haben weder in der alten BRD noch in der DDR gelebt und doch sind sie einem Ost-West-Diskurs ausgesetzt. Wie verhalten Sie sich dazu? Was sind ihre Fragen an die deutsche Gesellschaft? Und wie setzen Sie sich mit Identität auseinander? Wir haben mit Thembi Wolf, Valerie Schönian und Johannes Nichelmann drei Menschen eingeladen, die sich publizistisch (teils biografisch, teils journalistisch) mit dem Thema auseinandersetzen. Außerdem wird Hanna Haag (Hochschule Zittau/Görlitz) zu Gast sein, die zu diesen Nachwendekindern soziologisch geforscht hat. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Daniel Kubiak.


SONNTAG, 22. MÄRZ 2020 • 16 UHR
Demokratisierung einer Gesellschaft als Langzeitprojekt


Am 18.3.1990 durften die Menschen in der DDR zum ersten Mal an freien Wahlen teilnehmen. Dieses Demokratieversprechen war Symbol eines gesellschaftlichen Aufschwungs und das Wahlergebnis (fast 50 % für die Allianz für Deutschland) war Grundlage für eine schnell herbeigeführte deutsche Einheit. Was bei einigen auch eher zum Ende der Euphorie führte. Wir haben Jana Hensel eingeladen, die seit fast 20 Jahren über Ostdeutschland schreibt und sich in vielen Büchern (Zonenkinder, Wer wir sind), Artikeln (zuletzt in der ZEIT) und Interviews (u.a. mit Angela Merkel) mit den ostdeutschen Fragen auseinandergesetzt hat. In der Lesung wird sie ihr neues Buch „Wie alles anders bleibt – Geschichten aus Ostdeutschland“ vorstellen und als wache Beobachterin der ostdeutschen Gesellschaft berichten.


SONNTAG, 28. JUNI 2020 • 16 UHR
Wirtschaftlicher Wandel als spürbarste Erfahrung -
Die Treuhand als ihr problematischstes Symbol

Mit der Wiedervereinigung ging die Deindustrialisierung der neuen Bundesländer einher. Für viele Ostdeutsche bedeutete dies jahrelange wirtschaftliche Unsicherheit und heute kleine Renten. Dr. Marcus Böick hat eine beeindruckende Monografie zur Aufarbeitung der Treuhand vorgelegt. Gemeinsam mit ihm als Experten soll über die Bedeutung der Treuhand für ostdeutsche Wirtschaft und dessen Arbeitsweise diskutiert werden. Böick kann mit seinem Fachwissen die öffentliche Publikumsdiskussion mit Fakten unterfüttern. Wichtig ist es aber auch, dass die Biesenthaler*innen mit ihren Erfahrungen und Erlebnissen des wirtschaftlichen Umbruchs zu Wort kommen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.


SAMSTAG, 3. OKTOBER 2020 • 16 UHR
Spoken Word: Gedichte, Kurzgeschichten und Reime
über Ostdeutschland

Wir laden Menschen ein, die sich literarisch zu Ostdeutschland auseinandergesetzt haben und freuen uns außerdem über Beiträge von Schüler*innen und Bürger*innen aus Biesenthal. Näheres Programm zu dieser Veranstaltung folgt.